Plötzlich Familie – Review

Nach ‚Daddy’s Home‘ und ‚Daddy’s Home 2‘ tun sich Regisseur Sean Anders und Darsteller Mark Wahlberg erneut zusammen, um sich an einer Komödie zum Thema Adoption zu versuchen. Zuseher, welche die beiden genannten Werke kennen, dürften nun berechtigter Weise zurückschrecken. Warum ‚Plötzlich Familie‘ allerdings positiv überrascht, lest ihr im nachfolgenden Review. Das Pärchen Pete und Ellie, verkörpert von Mark Wahlberg und Rose Byrne, fühlen trotz großem Erfolg im Job eine Leere in ihrem Leben. Die beiden kaufen heruntergekommene Häusern, renovieren sie und verkaufen diese dann für ihren Lebensunterhalt profitbringend weiter. Nach einem Witz beim Golfen kommt Ellie ins grübeln und überlegt, tatsächlich ein Kind zu adoptieren. Pete ist erst schockiert, verliebt sich aber sehr schnell selbst in die Idee. Daraufhin besuchen die beiden ein Waisenhaus. Dort treffen sie auf andere Pärchen, welche ebenfalls adoptieren möchten und gemeinsam werden sie darauf vorbereitet. Schon sehr bald finden sich die beiden mit ihren Adoptivkindern im eigenen Haus wieder und alle müssen mit der neuen Situation zurecht kommen.

Was erstmal äußerst simpel und konstruiert klingt, entpuppt sich als herzerwärmende, ehrliche Geschichte zum Thema ‚Adoption‘. Der Regisseur erzählt hier zu einem großen Teil über seine eigenen Erlebnisse, da er selbst gleich drei Kinder adoptiert hat. Es darf aber keine ernste Abhandlung zur Thematik erwartet werden, denn es handelt sich ganz klar um eine leichtfüßige Komödie. Der Regisseur bringt dem Zuseher sowohl die guten, als auch die schlechten Seiten einer Adoption näher und schafft dabei einen wahren Drahtseilakt. Er geht mit den Gags nämlich teilweise etwas weit, löst diese dann aber meist mit einem sympathischen Augenzwinkern auf. Alle Charaktere sind schließlich auch nur Menschen. Es gibt Gags, die nicht ins Schwarze treffen, die motivierten Schauspieler schaffen es aber, dass man es dem Film nicht übel nimmt.

Wahlberg und Byrne harmonieren perfekt und geben ein durchaus sympathisches und echtes Paar ab, was durch das gut geschriebenen Dialoge verstärkt wird. Nebenbei erfahren wir, wie das amerikanische Adoptionssystem funktioniert. Octavia Spencer und Tig Notaro begleiten sie als die beiden Sozialarbeiterinnen Karen und Sharon durch den Vorbereitungskurs. Spencer kann also wieder mal ihr komödiantisches Talent unter Beweis stellen. Der Film zeigt dabei klar die Unterschiede zwischen Adoptionsvorbereitungskurs und Realität. Die beiden Kleinen lassen zum Beispiel beim Abendessen aus einer Kleinigkeit das absolute Chaos entstehen, welches nur mehr von der großen Schwester Lizzie gestoppt werden kann. Die Tipps aus dem Kurs sind dabei keine große Hilfe. Sie musste ihre kleinen Geschwister nämlich alleine großziehen, da die leibliche Mutter mit ihrer Drogensucht zu kämpfen hatte. Gespielt wird Lizzie von Isabela Moner, welche wir zuletzt in ‚Sicario 2‘ sehen durften. Auch sie macht es Pete und Ellie nicht leicht, da sie mitten in der Pubertät steckt. So haben es Pete und Ellie gleich mit drei Generationen zu tun.

‚Plötzlich Familie‘ richtet sich aber hauptsächlich an ein erwachsenes Publikum, da der Fokus ganz klar auf den beiden frisch Eltern gewordenen liegt und dabei auch äußerst heikle Themen wie Pädophilie und Drogenabhängigkeit aufgegriffen werden. Die Drogenabhängigkeit der leiblichen Mutter wird etwas einseitig beleuchtet, da allen voran gezeigt werden soll, wie sich das Besuchsrecht auf die Kinder und schließlich auch auf Pete und Ellie auswirkt. Es wird ordentlich Kritik am amerikanischen Adoptionssystem ausgeübt, ohne jemals zu Ernst zu werden. So ergibt sich ein  stimmiger Film, welcher zu jeder Sekunde unterhält, zu Tränen rührt oder auch herzhaft lachen lässt. Nach den beiden letzten Werken des Regisseurs eine äußerst positive Überraschung. Ich empfehle, beim Abspann sitzen zu bleiben, denn da sieht man die echten Familien, die den Film inspiriert haben.

Fazit:

Leichtfüßige, herzliche Adoptionskomödie nach den wahren Erlebnissen des Regisseurs, welche aufgrund der eher lockeren Herangehensweise zwar sein Publikum nicht direkt vor Enthusiasmus zur nächsten Adoptionsstelle laufen lassen wird, aber das Thema definitiv als Option in den Raum stellt. Der Film erfindet das Rad nicht komplett neu und nicht alle Gags wollen zünden, seine ehrliche Art und der motivierte Cast rund um Mark Wahlberg und Rose Byrne machen ihn aber perfekt für den nächsten Kinoabend mit dem Partner.

Kinostart: 17.01.2019

Pressematerial zur Verfügung gestellt von Constantin Film

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