Happy Deathday 2U – Review

Die Idee, die Formel hinter ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘ einfach in das Horror-Genre zu verfrachten, erwies sich im Jahre 2017 unter dem Titel ‚Happy Deathday‘ als erfrischende Abwechslung. Die junge Studentin Tree hing damals in einer Zeitschleife fest und musste immer wieder ihre Ermordung durchstehen. Die Horror-Komödie war keine große Revolution, brachte dafür aber frischen Wind sowohl ins ‚Groundhog Day‘- als auch ins angestaubte Teenie-Slasher-Genre, auch wenn man gegen Ende des Films etwas zu viel wollte und den Bogen etwas überspannt hat. Natürlich lässt nach dem passablen Erfolg von 5 Millionen Dollar Budget gegen Einnahmen von über 125 Millionen Dollar ein Nachfolger nicht lange auf sich warten. Da dieser nahtlos nach den Ereignissen des Vorgängers einsetzt, ist es fast schon Pflicht, den Vorgänger zu kennen. Es gibt zwar ein kurzes Recap über die Geschehnisse des Erstlings, dies reicht jedoch nicht, um der Handlung komplett folgen zu können. Daher sei auch jeder vorm Weiterlesen des nachfolgenden Beitrags gewarnt, der erste Teil muss nämlich wohl oder übel gespoilert werden. Der Film eignet sich definitiv für einen gemütlichen Abend auf der Couch.

Nun aber zu ‚Happy Deathday 2U‘. Tree hat die Zeitschleife schließlich durchbrochen und ist endlich im nächsten Tag angekommen. Als Carters Mitbewohner Ryan, nachdem er zwangsläufig das gemeinsame Zimmer nicht nutzen konnte, in seinem Auto aufwacht, scheint das Unheil irgendwie auf ihn übergesprungen zu sein. Ryan hat gemeinsam mit zwei Studienfreunden einen Quantenreaktor gebaut, durch welchen die Zeitschleife offenbar verursacht wird. Nach einem weiteren Unfall mit dem Reaktor wird Tree wieder in ihre Zeitschleife an ihrem Geburtstag zurückgeworfen, diesmal aber mit leichten Abweichungen. Es liegt nun also an Tree, dem Spuck ein für alle mal ein Ende zu bereiten. Christopher Landon kehrt für die Fortsetzung auf den Regiestuhl zurück und steuert diesmal im Alleingang das Drehbuch bei. Der Regisseur wollte nicht einfach nur einen plumpen Abklatsch des ersten Teils erschaffen, sondern hat es sich zur Aufgabe gemacht, erneut diverse Genres zu vermischen und der Handlung des Erstlings dabei nochmals eine weitere Facette hinzuzufügen, wie es zum Beispiel schon ‚Zurück in die Zukunft II‘ gemacht hat. Landon dürfte sich hier aber schwer verschätzt haben. Wieder begeht er nämlich nahezu sämtliche Fehler des Erstlings und anstatt die Geschichte auf ein neues Level zu heben, schiebt er beim bereits heftig krachenden Karren des Vorgängers nochmal ordentlich an und bringt das Schiff endgültig zum Kentern. Dabei wirft er auch noch jeglichen Verstand über Bord.

Die Zeitschleife wurde nämlich gegen Ende des ersten Films allmählich repetitiv und ermüdend, da man immer und immer wieder einen draufsetzen musste und man sich vor Twists nicht mehr halten konnte. Jetzt zeigt uns Landon im zweiten Teil einfach frech die selbe Zeitschleife noch einmal. Normalerweise empfiehlt es sich zur Erinnerungsauffrischung den Vorgänger nochmal zu sehen, in diesem Fall verstärkt dies aber den ermüdenden Effekt. Wenn man Tree nämlich zum gefühlt 15. Mal in Carters Bett aufwachen sieht, möchte man aufgrund der gestohlenen Zeit einfach nur mehr aufstehen und gehen. Natürlich sei nicht außer Acht gelassen, dass der Film viele neue Impulse bereit hält und auch die Verfrachtung ins Abenteuer-Teenie-Genre mag aufgrund der gedachten Zielgruppe auf dem Papier gut klingen, die Umsetzung ist aber einfach nur nervenaufreibend. Der Regisseur dürfte scheinbar vergessen haben, dass sein Publikum nicht jünger, sondern älter wird. Warum er dann derart auf noch kindlichere Gags und eine fast schon kindgerechte Fortführung der Geschichte setzt, ist schlicht unerklärlich.

Zu Beginn müssen wir nochmal durch die ident aufbereitete Handlung, jedoch ist diesmal Ryan gefangen in der Zeitschleife. Wenn wir aber kurz darauf nochmal die exakt selbe Aufwachszene mit Tree zu Gesicht bekommen, fühlt man sich als Zuseher selbst in einer Zeitschleife gefangen. Die weiterführende Handlung scheint dann komplett von einer Episode ‚Gänsehaut‘ inspiriert worden zu sein, wobei jeglicher Grusel fehlt. Vielmehr möchte man einen Abstecher ins Abenteuer-Genre machen, was aufgrund des eher infantilen Tons des Films genauso wenig funktionieren mag. Sogar der Soundtrack scheint sich klar danach ausrichten zu wollen. Die Gags wollen nicht zünden und Spannung mag auch keine aufkommen. Die guten Momente beschränken sich hauptsächlich auf die emotionalen Szenen von Tree im Bezug auf ihre Mutter, hier hält man sogar wichtige Botschaften für die Zuseher bereit. Jessica Rothe schafft es diese Emotionen perfekt zu transportieren. In ihr schlummert ganz viel Talent, wenn man sie nur mal machen lässt. Mehr hat der Film aber leider nicht zu bieten, sogar Fans des ersten Teils sei von der Fortsetzung eher abzuraten.

Fazit:

‚Happy Deathday 2U‘ wiederholt die Fehler seines Vorgängers und bringt den ohnehin schon überspannten Bogen nun endgültig zum Reißen. Mit ‚Zurück in die Zukunft II‘ als Inspiration hat sich Regisseur Christopher Landon klar verzettelt, was in einem chaotischen, unharmonischen Genremix endet, welcher in keiner Ausprägung funktionieren mag. Alles wird nochmal eine Spur familienfreundlicher und man darf sich zu keiner Sekunde auch nur irgendwie über die Nachvollziehbarkeit der Handlung Gedanken machen. In ‚Happy Deathday 2U‘ steckt tief drin einiges an Herz, was jedoch wohl das Letzte ist, wonach man bei einer Teenie-Slasher-Komödie sucht. Übrig bleibt leider nur einer der belanglosesten und langweiligsten Filme des bisherigen Jahres. Three points for the effort!

Kinostart: 14.02.2019

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Pressematerial zur Verfügung gestellt von Universal Pictures Österreich

 

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