Black Panther – Review

Im bereits 18. Eintrag im Marvel Cinematic Universe überrascht uns Marvel mit einem etwas nischigeren Superhelden. Zuvor konnte man den Black Panther schon in ‚Captain America: Civil War‘ sehen, jetzt erhält er seine eigene Origin Story. Als der König von Wakanda bei einem Attentat in Wien ums leben kommt, muss sein Sohn T’Challa, gespielt von Chadwick Boseman, die Thronfolge antreten. Wakanda ist ein hochtechnisiertes, futuristisches, im Dschungel von Afrika verborgenes Land und das einzige Vibranium-Vorkommen auf unseren Planeten. Das besondere Metall kam durch einen Meteoritenabsturz vor über 10.000 Jahren auf die Erde. Seither nutzen es die Bewohner Wakandas unter anderem für einen Tarnschild, welcher es von der Außenwelt versteckt hält. Es wird auch zur Herstellung von Waffen, Schilden und futuristischer Technologie verwendet. Als es der Bösewicht Ulysses Klaue schafft, in Wakanda unentdeckt einzudringen und eine große Menge an Vibranium zu stehlen, muss T’Challa alles in seiner Macht stehende tun, um sein Land und seine Kultur zu verteidigen.

Die Handlung wirkt dabei komplizierter und verschachtelter als sie eigentlich ist. Dies ist vermutlich dem Drehbuch von Ryan Coogler zuzuschreiben ist, denn der Mann versteht sein Handwerk. Nicht sofort lässt sich erkennen, dass es sich im Grunde wieder um einen Film nach der allseits beliebten, aber inzwischen arg abgenutzten Marvel-Formel handelt. Die komplette Geschichte wirkt hier sehr viel zentraler angelegt und es muss mal nicht die ganze Welt vor dem Untergang gerettet werden – im Mittelpunkt steht Wakanda. Wir werden in ein uns unbekanntes Land entführt, in welchem die afrikanische Bevölkerung es geschafft hat, ohne jeglichen Einfluss von Außen zu gedeihen. Alles hat sich mit Hilfe des Vibarniums weit über den Technologiestand der westlichen Welt hinaus entwickelt. Es gibt Raumschiffe und Magnetschwebebahnen, gemischt mit den verschiedensten afrikanischen Kulturen und bunten Malereien. Das ausgezeichnete Setdesign zieht einen in seinen Bann, wenn es da nicht gelegentlich heftige CGI-Ausrutscher gäbe. Man bekommt zum Beispiel mal einen kurzzeitig trockengelegten CGI-Wasserfall zu sehen, welcher genauso gut aus dem bunten König der Löwen Zeichentrickfilm stammen könnte. Bei einem gut der Hälfte des Films handelt es sich also wieder um eine Greenscreen-Party.

Schauspieltechnisch haben wir es mit einem hochkarätigen Ensemble zu tun: Chadwick Bosemann spielt die Rolle des Black Panthers fantastisch, er strahlt eine unglaubliche Ruhe, Weisheit und gleichzeitig aber auch Stärke und Kraft aus. Andy Serkis brilliert als der Bösewicht Ulysses Klaue endlich mal wieder vor der Kamera und nicht in einem CGI-Anzug, seine Rolle wird aber schon vor der Hälfte des Films leider ziemlich verheizt. Michael B. Jordan spielt den eigentlichen Bösewicht des Films „Killmonger“ und tut dies auch richtig gut. Ryan Coogler räumt Killmonger genug Zeit ein, um einen nachvollziehbaren Gegenspieler auf die Leinwand zu zeichnen. Einer der besseren Bösewichte des MCU’s, aber Marvels Pendant zu DC’s Joker bleibt weiterhin aus. Lupita Nyong’o, Danai Gurira, Forest Whitaker, Martin Freeman, Angela Bassett und Letitia Wright leisten sehr gute Arbeit. Wright als Shuri ist hier besonders hervorzuheben, Stück für Stück spielt sie sich ins Herz der Zuseher und übernimmt die Rolle des James Bond Q’s im Black Panther Universum. Nur hat sie eine wesentlich tragendere Rolle, als zum Beispiel ein John Cleese, welcher eigentlich immer nur für ein kurzes Gag-Reel in den früheren James Bond Filmen eingesetzt wurde.

Nach einer passablen ersten Stunde, gefüllt mit einer atemberaubenden Verfolgungsjagd in Busan/Korea, vielen Szenen im bezaubernden Wakanda und einer treibenden Handlung, bröckelt leider die Fassade des Films. Eine Szenenfolge ist dabei nahezu haarsträubend konstruiert und leitet in das dritte Kapitel des Films ein. Die Geschichte tritt ab diesem Zeitpunkt für eine gute halbe Stunde fast komplett auf der Stelle, nur um wieder in einer finalen Schlacht nach Marvel-Handbuch zu enden. Leider sind die Kampfsequenzen allgemein wieder einmal nichts besonderes. Abgesehen von der tollen Sequenz in Busan, sind die Actionchoreografien aber alle eher mittelmäßig.

Fazit:

Einer der besseren Filme des Marvel Cinematic Universe’s, welcher sich aber schlussendlich auch nicht komplett vom Marvel-Einheitsbrei abheben kann. Den Zuseher erwarten neue, spannende Settings, ein nachvollziehbarer Bösewicht und ausgezeichnete Schauspieler. Die zweite Hälfte des Films fällt leider storytechnisch kontinuierlich ab, die gezeigten Bilder wissen aber stets zu begeistern.

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Pressematerial zur Verfügung gestellt von Walt Disney Studios Motion Pictures Austria

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