Gemini Man – Review

Der ehemalige Elite-Soldat und Auftragskiller Henry will in den Ruhestand gehen. Als er nach seinem letzten Auftrag allerdings zu viele Fragen stellt, hetzt man ihm einen Auftragskiller auf den Hals, welcher seinem jüngeren Ich zum Verwechseln ähnlich sieht. Ein Katz- und Maus-Spiel, ach ihr wisst schon! Die Story in Gemini Man ist nämlich absoluter Standard Einheitsbrei. Darum werde ich ausnahmsweise mal einen kleinen Spoiler loslassen, der den Kinogenuss jedoch in keinster Weise schmälert. Wer jemals irgendwie in Berührung mit vergleichbarem Stoff gekommen ist, kann sich den Film im Prinzip nach 10 Minuten alleine fertigerzählen. Da gibts keine Überraschungen, sondern nur pure Langweile, zumindest während den unzähligen Dialogen. Das eigentliche Vergnügen bereitet der Film mit Actionsequenzen, welche man so noch nie erlebt hat. Grund dafür ist die erhöhte Framerate mit der gefilmt wurde und in der auch projiziert wird. Mit 120 Bildern die Sekunde hat man gedreht. Beim Hobbit waren es damals 48 Frames, den vielen Green Screen Sets hat dies aber nicht unbedingt gutgetan.

Bei ‚Gemini Man‘ hebt man die Action damit tatsächlich auf ein anderes Level. Und der 3D Effekt ist endlich wieder mal gut umgesetzt und die vielen Bilder ermöglichen ein wirklich gestochen scharfes Bild. Es wirkt ohne zu übertreiben so, als würde man durch ein Fenster schauen. Wenn es dann mal richtig knallt und die Soundanlage im Saal am besten auch noch mit Dolby Athmos auf voller Lautstärke dahinscheppert, stockt einem der Atem. Ein weiterer Selling Point des Films ist der digital verjüngte Will Smith, der wirklich komplett digital animiert wurde. Der Schauspieler liefert jedoch das Motion Capturing. Das klappt in den ruhigen Szenen wirklich, wirklich gut, sobald aber wilde Schwenks ins Spiel kommen und die Smiths gegeneinander kämpfen, ist oft deutlich die digital erstellte Figur zu erkennen. Das hat in mir streckenweise Erinnerungen an den Kampf zwischen Neo und den unzähligen Mr. Smiths in ‚Matrix Reloaded‘ wieder hochgeholt. Dies tut der Action die meiste Zeit über jedoch keinen Abbruch. Sobald man sich zumindest an die andere Bildfrequenz gewöhnt hat. Ich war die ersten fünf bis zehn Minuten richtiggehend überfordert und mir war etwas schwummrig und dann muss man erstmal den ungewohnten Bewegungsfluss verdauen. Aber nach spätestens einer halben Stunde ist man komplett drin und dann fährt auch der Film die größeren Geschütze auf. Wenn da nicht die ultralahme Story wäre. Jetzt kommt ein kleiner leichter Spoiler, der von vielen anderen Kritikern allerdings nicht als solcher behandelt wird, also ruhig weiterlesen. Außer ihr seit absolute Puristen und habt vielleicht noch nicht mal einen Trailer gesehen, dann direkt zum Fazit springen.

Der junge Will Smith ist, wer hätte es gedacht, einfach nur ein Klon von ihm, welcher seinen Platz ersetzen soll, sobald er in Rente geht. Da ihr das jetzt auch noch wisst, kann euch beim Film absolut nichts mehr überraschen. So viele Versatzstücke aus anderen Science Fiction Klassikern hat man selten gesehen. Die Action beschränkt sich auf vielleicht 20 bis 30 Minuten der 117 Minuten Laufzeit. Die flache Geschichte und die müden, gestelzten Dialoge sorgen für gähnende Langweile. Ich musste gelegentlich mit dem Einschlafen kämpfen und so manche Actionszene hat mich dadurch richtig jumpscaremäßig erwischt. Darum bin ich bei meinem Fazit äußerst zwiegespalten. Schauspieltechnisch passts, reißt aber auch niemanden die Kinnlade runter. Actionfans sollten auf jeden Fall reingehen, sofern ein Kino in der Nähe die 3D+ Variante des Films anbietet. Alle anderen sollten ihn eigentlich auch im Kino sehen, sowas muss man erlebt haben – aber eben nur die Action. Seit daher gewarnt. Hier gehts rein ums Spektakel, für den Rest braucht man einiges an Sitzfleisch.

Fazit:

Einzig und allein die technischen Aspekte retten die Wertung gerade noch davor, ins Negative zu rutschen. Storytechnisch hat man nämlich nichts zu bieten. Hier bewegt man sich dermaßen im 08/15-Bereich, dass ich ‚Gemini Man‘ nur bedingt empfehlen kann. SciFi-Fans sollten wissen, worauf sie sich einlassen. Wer aber ein ganz besonderes Erlebnis im Kino haben will, muss fast schon ein Ticket lösen. Die Action ist beeindruckend und das 3D ist so scharf und klar wie noch nie. Man ist wirklich mittendrin. Aber achtet unbedingt darauf, dass ihr die 3D+ Variante seht, sonst ist der Film kaum noch einen Kinobesuch wert. Seit euch aber auch über den geringen Actionanteil bewusst, diese macht gerade mal 20 – 30 Minuten der Laufzeit aus.

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Pressematerial zur Verfügung gestellt von Constantin Film

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