A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando – Review

Eigentlich hatte Pixars ‚Toy Story‘-Reihe mit ‚Toy Story 3‘ bereits ihren krönenden Abschluss. Besser hätte man sich nicht von den Spielzeughelden verabschieden können. Dementsprechend groß war der Aufschrei von Fans und Kritikern, als Jahre später nun doch ein vierter Teil angekündigt wurde. 9 Jahre nach Teil 3 ist es soweit und ‚A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando‘ startet zwei Monate nach US-Start endlich auch in den österreichischen Kinos. Dabei hat sich Pixar dazu entschieden, das Schicksal eines im dritten Teil verschollenen Charakters aufzuklären. Der vierte Ableger hat also tatsächlich seine Daseinsberechtigung und ist gleichzeitig ein Aufbruch zu neuen Ufern. Wie das alles zusammenpasst, könnt ihr ab morgen selbst im Kino herausfinden. Woody und seine Freunde gehören nun der kleinen Bonnie. Mit ihr gemeinsam erlebt die Truppe genauso wie damals mit Andy Tag für Tag ein neues Abenteuer. Am Schnuppertag der Vorschule bastelt Bonnie ein Göffelmännchen, welches wie die anderen Spielzeuge zum Leben erwacht, aber nicht wahrhaben will, dass es nun tatsächlich ein Spielzeug und kein Abfall mehr ist. Als der suizidale Göffel Forky eines Tages abhandenkommt, begibt sich Woody auf die Suche nach Bonnies neuem Liebling. Dabei muss er sich zahlreichen Gefahren und seiner Vergangenheit stellen.

Was einem direkt ins Auge springt, ist der sagenhafte Fortschritt bei den CGI-Effekten. Gleich die erste Szene spielt in strömenden Regen und die Animationen wirken fast real. Gemixt mit dem bekannten Spielzeug- und Figuren-Look ist man sofort wieder im liebgewonnen ‚Toy Story‘-Universum angekommen. Rex, Slinky, Buzz, Charlie Naseweis, Speckie, alle sind wieder mit von der Partie. Der Neuankömmling Forky ist aber das eigentliche Highlight des Films. Seine Identitätskrise bringt frischen Wind ins angestaubte Franchise und verhilft der Reihe zu neuen Höhen. Die Regie übernimmt der bisherige Drehbuchautor und damit Langfilm-Regieneuling Josh Cooley. Ihm gelingt es, die hauptsächlich Charakter getragene Geschichte, perfekt zu Takten, ohne je Langeweile aufkommen zu lassen. Die Actionsequenzen machen Spaß ohne zu überfordern und permanent versprüht man Pixars Charme und Humor, wenn auch nicht jeder Gag sitzt und man vergeblich nach den ganz großen Lachern sucht.

Ein ganz großes Problem ist aber die deutsche Synchronisation. Ich kann mit Michael „Bully“ Herbig als Woody einfach nichts anfangen, natürlich vor allem persönliches Empfinden, jedoch lässt sein Talent als Synchronsprecher zu wünschen übrig. Besonders auffallend ist allerdings die Menge der Gags, welche aufgrund der Synchronregie und Übersetzung zu Rohrkrepierern verkommen. Vor allem bleiben viele der Gastauftritte komplett ungenutzt. Der international gelobte Auftritt von Keanu Reeves als Duke Kaboom verpufft hier völlig. Es handelt sich offensichtlich auch um keine fehlgeschlagene Eigeninterpretation, sondern um eine komplette Fehlbesetzung. Der Auftritt der beiden Gangster-Plüschtiere Ducky und Bunny, im Original gesprochen vom Comedian-Duo Key und Peele, verläuft ebenfalls unspektakulär. Darum möchte ich direkt anmerken, dass sich meine Kritik rein auf die synchronisierte Fassung bezieht. Die Pressevorführung im O-Ton konnte ich aus terminlichen Gründen leider nicht besuchen.

Was das Animationsstudio da wieder auf die Leinwand zaubert ist trotzdem einmalig. Wie schon im Erstling, traut man sich auch mal auf Horrorelemente zurückzugreifen. Ein Gruselfeeling wie in Sids Kinderzimmer erreicht man zwar nicht, der kreative Einsatz von Hommagen an das klassische Horrorkino wird aber auch den erwachsenen Zuseher erfreuen. Speziell Eltern wird der Film emotional in die Knie zwingen. Mit derart vielen erfolgreich umgesetzten Zutaten ergibt sich mit Toy Story 4 ein durch und durch überzeugendes Gesamtpaket, welches man sowohl Fans der alten Trilogie als auch Eltern mit ihren Kindern empfehlen kann. Pixar at its best!

Fazit:

Das Rundum-sorglos-Paket für Pixar- und ‚Toy Story‘-Fans. Mit kreativen Ideen und einer sinnvollen Fortführung der Geschichte wird der vierte Ableger jegliches Kinopublikum begeistern. Dabei trifft man ganz tief ins Nostalgie-Herz, auf die Lachmuskeln und Tränendrüsen. Vor allem Forky wird seine Fans finden! Die ganz großen Lacher bleiben jedoch aus und zahlreiche Gastauftritte von Stars bleiben in der deutschen Synchro ungenutzt. Daher bezieht sich die nachfolgende Wertung nur auf die deutsche Fassung, sobald ich die OV nachholen konnte, werde ich eine zweite Wertung noch hinzufügen. Trotzdem kann ich euch den Film bedenkenlos empfehlen und lege euch hiermit vor allem die Originalfassung ans Herz. Ausreichend auf eure Kosten kommt ihr aber auch mit der Synchro!

Kinostart: 15.08.2019

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Pressematerial zur Verfügung gestellt von Walt Disney Studios Motion Pictures Austria

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