Good Boys – Review

Nachdem Gene Stupnitsky an den Drehbüchern von ‚Year One‘, ‚Bad Teacher‘ und des amerikanischen ‚The Office‘ mitgeschrieben hat, traut sich der Herr mal selbst auf den Regiestuhl. Das Skript von ‚Good Boys‘ liefert er wie immer gemeinsam mit seinem Best Buddy Lee Eisenberger selbst. Die Handlung gestaltet sich relative simpel: Die von Hormonen getriebenen Sechstklässler Max, Thor und Lucas werden zu einer Kussparty eingeladen. Völlig überfordert mit der bevorstehenden Situation stolpern die Drei von einem Fettnäpfchen ins Nächste und hinterlassen eine Spur des Chaos. Also im Prinzip das ‚Superbad‘ der 11- und 12-Jährigen. Besonders auffällig, da hier Seth Rogen, Evan Goldberg und Jonah Hill als Produzenten ihre Finger im Spiel haben. Die drei Hauptrollen übernehmen Jacob Tremblay, bekannt unter anderem aus ‚Raum‘ und ‚Predator – Upgrade‘, als Max, Brady Noon als Thor und Keith L. Williams als Lucas. Gemeinsam sind sie die ‚Bean Bag Boys‘, wortgewandt und frech aber irgendwie auch doch einfach nur gute Jungs. Speziell Lucas plagt seine zwanghafte Ehrlichkeit.

Und mit den Dreien kommen wir direkt zur größten Stärke des Films: dem Cast. Die Jungschauspieler haben eine unfassbar gute Chemie miteinander, ergänzen sich perfekt und versprühen deshalb unfassbar viel Charme und Sympathie. Selbiges gilt für die gesamte Darstellerriege, seien es die anderen Kinderdarsteller oder zum Beispiel Will Forte als Max‘ Vater. Gleichzeitig kränkelt der Film aber an so einigem. Viele der Gags zünden dadurch, dass so ziemlich jeder Zuseher einmal in die eigene Kindheit zurückversetzt wird. Es gibt jedoch kaum ganz große Lacher. Im Kino hat man definitiv eine gute Zeit, denn Unterhaltung ist durch die vielen kleineren Gags stets geboten, es fehlt aber das Besondere, was einem nach dem Kinobesuch hängenbleibt. Deshalb verliert sich der Film durchgehend in Mittelmäßigkeit. Da mangelt es den Drehbuchschreiben einfach an Erfahrung und Comedykönnen. Dazu kommt noch, dass die Charakterzüge der Kinder sehr inkonsequent dargestellt werden. Da werfen die Kleinen zum Beispiel öfter mal mit Lebensweisheiten um sich, welche ihnen noch gar nicht im Kopf herumschwirren sollten, verhalten sich aber im nächsten Moment dümmer, als es ihrem Alter entsprechen würde. Das passiert auf Kosten der Pointen, welche deshalb oft forciert wirken und den Bogen überspannen. Jedoch nicht wegen der Härte und Kreativität der Gags. Da wäre noch einiges an Potential vorhanden gewesen. Das Marketing des Films gibt sich nämlich sehr viel schlüpfriger, als der fertige Streifen dann eigentlich ist.

Immer wieder bringt man die drei Jungs in ausgelutschte Situationen, welche geübten Comedy-Fans bereits zum Hals raushängen sollten. Seien es Gags über Sexspielzeug, oder der verbotene, durch Gruppenzwang erzwungene, Konsum von Drogen. In diesem Fall dem Alter entsprechend der erste Schluck von einem Bier. Die Zielgruppe des Films wird durch das Marketing sowieso schon stark eingeschränkt, wieso dann nicht gleich ordentlich auf den Tisch hauen? Die Autoren versuchen zwar die Szenen mit einem gewissen Augenzwinkern aufzuwerten, welches aber in den meisten Fällen viel zu kindlich daherkommt. Dem erwachsenen Publikum kann man damit deshalb maximal ein kleines, Sympathie getriebenes Schmunzeln entlocken. Die deutsche Synchro nimmt dem Ganzen nochmal zusätzlich an Zündstoff. ‚Good Boys‘ wird vermutlich sein Zielpublikum unterwältigen, eine leichte Empfehlung möchte ich aber trotzdem abgeben, für einen abendlichen Wochenendkinobesuch unter Freunden taugt der Streifen nämlich allemal. Fans von Seth Rogen und Co. sollten jedoch eher einen Blick auf ‚Long Shot‘ werfen, welcher im Oktober zum streamen und kaufen verfügbar ist.

Fazit:

Der Vergleich zu ‚Superbad‘ zwingt sich aufgrund der am Projekt Mitwirkenden und der sehr ähnlichen Handlung auf und da zieht ‚Good Boys‘ ganz klar den Kürzeren. Gene Stupnitskys Regiedebüt gibt sich wesentlich jugendfreundlicher und zurückhaltender. Die ganz großen Lacher bleiben aus und so kommt der Streifen niemals über die Mittelmäßigkeit hinaus. Wer Lust auf eine lockere, Komödie hat, kann aber definitiv zugreifen. Max, Thor und Lucas sind nämlich ein durch und durch sympathisches, talentiertes Trio, welches es schafft, den gesamten Film über zu unterhalten und diesen zu tragen. Mit genug Partylaune reicht es bestimmt auch für den ein oder anderen Schenkelklopfer.

Kinostart: 22.08.2019

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Pressematerial zur Verfügung gestellt von Universal Pictures Österreich

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