/slash Filmfestival – Tag 6 – Color out of Space, The Wind, Gonjiam: Haunted Asylum

Color out of Space

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Bildquelle: IMDB

Die Überraschung des Festivals. Im Rahmen des Surprise Movies hat es Festivaldirektor Markus Keuschnigg nämlich tatsächlich geschafft, die Verfilmung des H.P. Lovecraft Klassikers ‚Color out of Space‘ nach Wien zu holen. Nur 15 Tage nach der Weltpremiere am Toronto International Film Festival und erst die dritte Vorstellung weltweit – die erste in Europa! Der absolute Wahnsinn, Chapeau! Dafür gab es schallenden Applaus, als das Geheimnis mit dem Titelschriftzug endlich gelüftet wurde. Richard Stanleys Film hat vorab einiges an Hype abbekommen und diesem wurde er meiner Meinung nach tatsächlich gerecht. Fans von Oldschool-Horror à la John Carpenter und Body Horror der Marke Cronenberg erwartet ein wahres Fest! Denn ‚Color out of Space‘ macht einfach nur unglaublich Laune. Oben drauf gibts noch einen zum Schreien komischen Nicolas Cage. Durch den immer wieder gut platzierten Humor wachsen einem die Figuren direkt ans Herz und der nostalgische Flair lässt Erinnerungen an eine bessere Zeit wach werden. Die Laufzeit von 111 Minuten ist perfekt gewählt. Nichts fühlt sich gestreckt oder unpassend an und so ist man die komplette Länge über unterhalten. Lediglich beim CGI gibt es den ein oder anderen Schwächeanfall – Stichwort ‚G-Spot‘. Wenn es dann aber mal ans Eingemachte geht, greift man überall, wo es möglich ist, auf handgemachte Effekte zurück. Natürlich ist der Humor und das Schauspiel drüber und Nicolas Cage hat man so ebenfalls schon viel Male gesehen, aber irgendwie hat mich der Film derart mit der Sympathieschiene gepackt, dass ich in tatsächlich zu meinen Highlights des bisherigen Festivals zähle. Auch wenn er bestimmt nicht jedem gefallen wird. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Durchgang, selbst wenn der vermutlich noch in weiter Ferne liegt!

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The Wind

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Das Regiedebüt ‚The Wind‘ von Emma Tammi versetzt uns in die Zeit der Amerikabesiedlung zurück. Lizzy und Issac haben sich mitten in der Einöde irgendwo in den angehenden Vereinigten Staaten niedergelassen. Als ein neues Paar, Emma und Gideon, nur einige Meter weiter in ein Haus einzieht, ist das Einsiedlerpaar zuerst erfreut. Die Freude währt aber nur kurz, nach einer Fehlgeburt begeht Emma nämlich Selbstmord. Daraufhin wird Lizzy von Isaac und Gideon allein daheim zurückgelassen, woraufhin sie langsam den Verstand verliert. Ein Isolationsdrama im Westerngewand mit Horroreinflüssen soll es also sein. Dabei setzt die Regisseurin auf ganz viel Atmosphäre, welche mich allerdings in keinster Weise gepackt hat. Woran das liegt, kann ich allerdings nicht benennen, vielleicht war ich auch einfach beleidigt vom ersten, recht billigen Jumpscare. Grusel kam dadurch die restliche Laufzeit keiner auf, obwohl der Film handwerklich wirklich absolut top ist. Der Score und das Sounddesign sind hervorragend, die Cinematografie ist ausgezeichnet und schauspielerisch kann man sich ebenfalls kaum beklagen. Viel zu langatmig und handlungsarm erzählt man die Geschichte der alleingelassenen Lizzy und die verschachtelte Erzählstruktur zehrt zusätzlich noch am Pacing. Es will einfach kaum bis keine Spannung aufkommen. Das hat man in so vielen anderen Filmen bereits besser gesehen, wenn auch nicht unbedingt im Westernsetting. ‚The Witch‘ meets ‚Barbadook‘. Ganz klar Style over Substance. Fans von ‚The Witch‘ und ‚Barbadook‘ können sich aber durchaus darauf freuen, sofern deutliche Abstriche bei der Handlung verkraftbar sind.

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Gonjiam: Haunted Asylum

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Found Footage Horror in einer verlassenen, angeblich verfluchten Irrenanstalt in Korea. Der koreanische Youtube-Kanal ‚Horror Stories‘ will eine nächtliche Begehung der berühmt berüchtigten Anstalt live ins Internet streamen. Dazu werden Freiwillige gesucht, welche sich dann gemeinsam mit zwei Mitgliedern des Kanals, bis an die Zähne mit Kameras bewaffnet auf das heruntergekommene Anwesen schleichen. Jumpscares sind hier Programm, das sollte man direkt vorab wissen. Jedoch konnte der Streifen sogar mich als klarer Gegner der billigen Effekthascherei überzeugen. Das Setting ist nämlich wahnsinnig gut gemacht und die Vielzahl an Kameras öffnet das sonst so beschränkte Found Footage Genre. Es werden nämlich vorab Kameras im Gebäude platziert, zwei der Youtuber tragen jeweils eine Kamera in den Händen und jeder Einzelne von ihnen bekommt noch eine GoPro mit Doppelperspektive umgeschnallt. Das Set-Design erinnert irgendwie stark an das ‚Silent Hill‘-Franchise. Angerostete Wände, Körperteile in Gläsern und deformierte Kreaturen werden Fans mit Nostalgie erfüllen. Das Sounddesign unterstützt die ohnehin schon dichte Atmosphäre nochmal maßgeblich. Mit ordentlichen Noise-Canceling Kopfhörern besteht Herzinfarktgefahr. Schauspielerisch bewegt man sich jedoch maximal im Mittelbereich, viele der Schreianfälle werden einfach zu stark übertrieben. Gegen Ende weiß man auch nicht, wann es denn endlich mal genug ist, da sich das große Finale nach einer Weile zieht. Nichtsdestotrotz kann man ‚Gonjiam: Haunted Asylum‘ wirklich empfehlen. Im Rahmen des Festivals wird er an dritter Stelle der ‚Nacht der 1000 Messer‘ gezeigt. Meiner Meinung nach an perfekter Position, wenn die Ersten nämlich zu schwächeln beginnen, haut einem der Schocker ordentlich eine rein. Sobald die erste Tür knallt, sitzen alle hellwach in den Kinosesseln!

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Pressematerial zur Verfügung gestellt vom /slash Filmfestival

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