Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers – Review

Unglaubliche 42 Jahre ist es nun schon her, seit die damals noch schlicht ‚Star Wars‘ betitelte, von George Lucas geschaffene Kinorevolution das Science-Fiction-Genre für immer verändert hat. Mit ‚Der Aufstieg Skywalkers‘ soll die nun neunteilige Skywalker-Saga zu Ende gehen. Nachdem es Rian Johnson mit seinem ‚Die letzten Jedi‘ in den Augen vieler Fans zu gut gemeint hat, um es freundlich auszudrücken, für andere damit jedoch das ‚Star Wars‘-Franchise neu erfunden hat, steht der zurück an Bord geholte J.J. Abrams nun vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe. Hatte er überhaupt von vornherein einen Plan für die neue Trilogie? Wie will er es erneut schaffen, sowohl alte und neue Fans abzuholen? Ihm blieben eigentlich nur zwei Optionen: Vollgas weiter in für das Franchise unerforschte Gefilde oder eher klassisch zu einem versöhnlichen Ende. Abrams entscheidet sich für einen Mix aus beidem. Eine ursprüngliche Vision scheint es nämlich tatsächlich gegeben zu haben, nur wurde das Finale von Johnson viel zu wenig vorbereitet, um jetzt vollends aufzugehen. Wie alles hinter den Kulissen allerdings tatsächlich abgelaufen ist, kann man nur mutmaßen. Also hat der Regisseur so einiges zu erzählen, wodurch er ordentlich am Pacing schrauben muss.

Zur Story kann ich euch nichts verraten, denn selbst der bekannte Lauftext wäre ein Spoiler. Erwartet am besten das Unerwartete. Es wird richtig abgefahren, zum Teil driftet es fast schon in Fan-Fiction ab. Ohne Umschweife geht es mit dem Fuß bis zum Anschlag am Gaspedal los und man sollte sich so schnell wie möglich auf das Tempo einstellen. Momente, in denen innegehalten wird oder bei welchen man Zeit zum Durchatmen hat, gibt es nur sehr wenige. Wie schon bei Teil 7 stehen auch hier alle Zeiger auf Action und Spaß. Nur meint man es mit dem Tempo diesmal etwas zu gut. Es wird nahezu komplett darauf verzichtet, so manche schnell präsentierte Wendung lange zu erklären. Dadurch kommt die Geschichte ständig ins Wanken, ohne allerdings je komplett zu verunglücken. Der Freundschaft zwischen Rey, Finn und Poe wird endlich genug Zeit eingeräumt. Vor allem Oscar Issac funktioniert ausgezeichnet in seiner „solo-esquen“ Rolle als Poe. Die breite und durchaus charmante Mischung aus alten und neuen Gesichtern lässt das Fanherz höherschlagen. Wir bekommen wieder eine Vielzahl an Animatronics und allerlei exotische Alienvölker geboten. Die Action ist spektakulär in Szene gesetzt und macht über weite Strecken jede Menge Spaß. Wenn auch die eher uninspirierten Settings zu wünschen übriglassen. Da hätte man sich ruhig mehr trauen können, anstatt auf Nummer sicher zu gehen und ein Best-of der bekannten Szenerien zu verwenden. Gut gelungen ist außerdem die Verwendung bereits für Episode 7 abgedrehter Szenen der leider verstorbenen Carrie Fisher. So bekommt unsere Prinzessin Leia doch noch einen würdigen Abschluss. Ihr gehören in dem bombastischen Spektakel die meisten ruhigeren Szenen, was dem vorherrschenden Getümmel angenehm entgegenwirkt.

Zusammenfassend kann man den Abschluss der Sequel-Trilogie als Neuinterpretation von ‚Die Rückkehr der Jedi-Ritter‘ auf Speed bezeichnen. Jedoch gar nicht so im negativen Sinne, wie es jetzt klingen mag. Das Actionfeuerwerk macht nämlich über weite Strecken tatsächlich Spaß und Abrams haut erneut ordentlich auf die Nostalgie-Glocke. Die Twists und Wendungen halten durchaus bei Laune und man hält eine Unmenge an Enthüllungen für alle Fans bereit, welche doch noch auf einen Masterplan gehofft haben. Trotzdem muss sich der Regisseur dabei so hetzen, dass viele der positiven Aspekte des Franchises verwaschen wirken. Ebenso konstruiert kommt die Story an vielen Punkten daher, denn man verzichtet weitestgehend auf lange Erklärungen. Gerade zum Ende hin übertreibt er es außerdem mit dem Bombast und dem Actionspektakel. Da werden tatsächlich Erinnerungen an so manchen Marvel-Film wach. Für mich kommt die Geschichte der Skywalkers überraschenderweise trotzdem zu einem mehr oder minder befriedigenden Abschluss, denn mir ist mit ‚Der Aufstieg Skywalkers‘ eines klar geworden: ‚Star Wars‘ ist und bleibt ein Science-Fiction-Abenteuer für die ganze Filme, nicht mehr und nicht weniger. Also schraubt die Erwartungen zurück und genießt den vermutlich letzten Auftritt unserer Helden. Habt alle nochmal gemeinsam Spaß im Kino und dann ist auch endlich mal gut mit dem ganzen Fanboygehabe. Rückblickend sollten sich einige von uns einfach nur überlegen, was man denn überhaupt erwartet hatte. Dann könnte man sogar dem mutigen Ansatz Rian Johnsons noch etwas abgewinnen.

Fazit:

Nach einem der wohl polarisierendsten Fortsetzungen der Filmgeschichte, hat J.J. Abrams ein wahrhaft undankbares Kreuz zu tragen. Wie es scheint hatte der Regisseur tatsächlich einen Plan für die nun abgeschlossene, neue Trilogie und den versucht er in „Der Aufstieg Skywalkers“ mit aller Macht durchzupeitschen. Dadurch muss er hier allerdings so viel unterbringen, dass der Film auf weiten Strecken viel zu überladen wirkt. Speziell der Einstieg ist eine regelrechte Hatz. Trotzdem schafft er es immer wieder, wenn auch nicht immer, die richtigen Noten, welche vor allem aus jeder Menge Nostalgie bestehen, zu treffen. So brettert der Abschluss der Skywalker-Saga nur so dahin, mal läuft es, mal kracht es, aber irgendwie schafft man es dann doch noch über die Ziellinie. Und somit werden viele von uns endlich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. ‚Star Wars‘ ist und bleibt eine Space-Opera für die ganze Familie. Nicht mehr und nicht weniger und das müssen sich selbst die Hardcore-Fans eingestehen. Also versammeln wir uns alle ein letztes Mal gemeinsam in den Kinos und genießen das actiongeladene Finale einer nun über 40 Jahre andauernden Reise und verabschieden uns damit von unseren Helden, egal aus welcher Trilogie diese auch stammen mögen!

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Pressematerial zur Verfügung gestellt von Walt Disney Studios Motion Pictures Austria
Poster: © 2019 Walt Disney Studios Motion Pictures

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