Dune: Part One – Review

Wertes Kinovolk und Filmenthusiasten aus aller Welt, tretet näher. Der Kinoblockbuster des Jahres steht an, wenn nicht sogar des Jahrzehnts und wartet darauf, euch wegzublasen, aber auch darauf euch möglicherweise einzulullen. Denis Villeneuve präsentiert uns mit „Dune: Part One“ wirklich nur den ersten Part, genauer gesagt die erste Hälfte des ersten Buches. Im „Herr der Ringe“-Style, mehr dazu jedoch erst später, hab euch noch viel zum Film zu erzählen und ich will euch nicht die mögliche Pointe des ganzen Vorhabens vorwegnehmen. Der Film ist nämlich trotzdem ein epochales Erlebnis.

Copyright: © 2021 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Denis Villeneuve zählt zu meinen absoluten Lieblingsregisseuren. „Die Frau die singt – Incendies“, „Prisoners“, „Enemy“, „Sicario“, „Arrival“, all diese Filme muss man einfach gesehen haben. „Blade Runner 2049“ ist außerdem in meinen Top 5 of All Time. Und das sind nur die Filme, die ich von ihm gesehen habe. Muss ich überhaupt noch mehr sagen? Der Mann ist einer der großen Kinolegenden unserer Zeit. So wisst ihr auch gleich, auf was ihr euch einlasst, denn bei Villeneuve geht’s nicht um die Action und das Spektakel. Es geht um die Geschichte. Die volle Dröhnung für Augen und Ohren bekommt ihr trotzdem, audiovisuell schießt euch der Film aus dem Leben. Überhaupt im IMAX-Format, also auf jeden Fall auf der gigantischsten Leinwand, die ihr finden könnt, genießen. Ob ihr euch für eine 3D-Aufführung begebt, entscheidet ihr am besten selbst. Eingesetzt wird der 3D-Effekt schon gut, aber ich mag es einfach nicht und brauche es vor allem nicht. Für mich persönlich erhöht es den Level der Immersion nicht wirklich und das Bild leidet einfach darunter. Aber ja, Geschmackssache! Wenn ihr Fans seid, dann seid ihr Fans, also lasst euch nicht abhalten.

So, jetzt aber ans Eingemachte, reden wir über „Dune: Part One“, denn nun kann ich endlich all die Superlative auspacken, die der Film verdient. Was für ein bombastisches, gigantisch episches Filmerlebnis der Extraklasse. Wow, einfach nur wow. Ich hab nach dem Kinobesuch gestern wirklich sehr lange gebraucht, um mich überhaupt erst mal zu sammeln, dermaßen viel war das alles für mich. Und ich muss gestehen, ich war und bin noch nicht zu 100 % überzeugt, aber einfach nur geplättet. Was sich da auf der Leinwand abspielt, ist wirklich atemberaubend. Die Sets sind so riesig, wie man sie selten erlebt hat und machen mit einem schönen Mix aus haptischen, echten Orten und Filmrequisiten, gemeinsam mit wirklich hervorragendem CGI ordentlich was her. Dazusagen muss ich noch, dass ich die Bücher nicht gelesen und ebenso David Lynchs Version nicht gesehen habe. Die liegt hinter mir im Blu-ray-Regal und wird wohl weiterhin der einzige Langfilm von meinem Großmeister bleiben, den ich noch nicht gesehen habe, denn er selbst wird nicht müde, zu verlautbaren, wie sehr er seinen Film hasst und da glaub ich ihm einfach mal. Grummeliges demjenigen, der grummelig ist, oder so…

….worauf ich aber eigentlich hinaus will: Ich kann daher nicht beurteilen, wie sehr sich Villeneuve an die Vorlage hält. Ich kann euch nur sagen, dass es sich scheinbar genau um die Hälfte des ersten Bandes handelt. Bei allem anderen war ich ein leeres Blatt. Dadurch kann ich aber sagen, wie sehr euch die Wucht an Informationen, die hier auf euch herniederprasselt, aufs Hirn schlagen wird. Und da kann ich euch halbwegs beruhigen. Ich war durchaus in der Lage, den Geschehnissen auf der Leinwand zu folgen und das trotz meines aktuellen Hörproblems und einigem Genuschel der Charaktere. Anders als bei „Game of Thrones“ versucht man euch nicht mit der reinen Fülle an Häusern und Familien niederzustrecken, im Fokus stehen hier nämlich nur auf zwei Häusern und einem Wüstenvolk. Da gibt es das Haus Harkonnen, welche die letzten 90 Jahre über den namensgebenden Wüstenplaneten Arrakis herrschen durften. Jetzt hat der Imperator aber das Haus Atreidis als Hüter der unendlichen Düne bestimmt. Hier und nur hier kann nämlich die bewusstseinserweiternde Droge „Spice“ abgebaut werden und jetzt müssen sie mit Sandstürmen, riesigen Sandwürmern und den damit einhergehenden, politischen Folgen zurechtkommen.

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Klingt recht trocken, ist es aber nur bedingt. Die Komplexität des Ganzen hält sich wirklich in Grenzen, was im Buch laut meinen Recherchen sehr ausschweifend und detailliert erzählt wird, hat man hier schön kompakt und einfach verdaulich zusammengedampft. Der Regisseur will euch vielmehr mit seiner Welt in seinen Bann ziehen und euch in ständiges Staunen versetzen, was ihm sehr gut geglückt ist. Jede Szene gleicht einem Gemälde und an jeder Ecke will man am liebsten in die Tiefen dieser wunderbar durchdachten SciFi-Welt abtauchen. Detailreichtum trifft auf sehr kahle, weite, fast schon menschenfeindliche Stein- und Sandwelten. Technik und Fortschritt auf brütenden Wüstensand. Alles wirkt irgendwie erdrückend und eng, gleichzeitig aber irgendwie so unendlich weit und offen. Gefüllt wird der fremde Planet mit einer nahezu andersweltlichen Darstellerriege. Oscar Isaac spielt Herzog Leto Atreides, Anführer des Hauses Atreidis, Timothée Chalamet seinen Sohn und Thronfolger Paul, bewacht von Gurney Halleck, gespielt von Josh Brolin. Javier Bardem, Dave Bautista, Jason Momoa, Zendaya, David Dastmalchian und Rebecca Ferguson, die hier am stärksten aufspielt, bravo! Und als Kirsche auf der eh schon atemberaubenden Torte bekommen wir dann noch Stellan Skarsgård als herrlich ekelhaft dahinschwebenden Bösewicht Baron Wladimir Harkonnen. Die Musik steuert niemand geringerer als Hans Zimmer, die Koryphäe der Filmkomponisten, derer ich hier allerdings etwas Kritik entgegenbringen muss, allzu kreativ und einprägsam kommt sein Score diesmal nicht daher, wenn auch soundtechnisch bombastisch.

Schafft Villeneuve es also mit einer derart brillanten Auswahl an Zutaten das perfekte SciFi-Erlebnis zu liefern?

Fazit

Das will ich mit einem vorläufigen „fast“ beantworten, denn jetzt komme ich endlich zur möglicherweise traurigsten Hollywood-Pointe aller Zeiten: Sollte „Part One“ genauso floppen, wie „Blade Runner 2049“, dann könnte es passieren, dass ein „Part Two“ niemals gedreht wird, denn eine fixe Zusage für die finale, zweite Hälfte hat Herr Villeneuve noch nicht. Erst heute hat allerdings Warner Bros. verlautbaren lassen, dass ein zweiter Teil auch allein schon dadurch gesichert werden könnte, wenn „Dune“ erfolgreich auf der hauseigenen Streaming-Plattform HBO Max über die heimischen Bildschirme flimmert. Der mutige Move des Regisseurs, ähnlich wie bei „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ den Film beinhart nach der 2 1/2 stündigen Einleitung enden zu lassen, soll sich nämlich bitte, bitte bezahlt machen. Trotz seiner teils langatmigen, für einige von euch bestimmt anstrengende Art zu erzählen will ich euch Denis Villeneuve bombastisches Meisterwerk „Dune: Part One“ von ganzem Herzen empfehlen. Lasst euch drauf ein, seid nicht allzu enttäuscht, wenn’s nicht ununterbrochen rundgeht und alles explodiert, sondern lasst euch endlich wieder Mal in wahnsinniges Staunen versetzen. Ich bin derart angetan, dass ich mir die nächsten Tage meinen Vater schnappen werde und ihn in eine synchronisierte IMAX-Vorstellung des Films mitnehmen werde, genauso wie er mich damals mit dem ersten Herr der Ringe Teil im Kino überrascht hat. Also, falls du das hier liest, freu dich Paps, ich freu mich auch! Geht ins Kino und schützt dabei euch und eure Mitmenschen, los!

Kinostart: 16.09.2021

Pressematerial zur Verfügung gestellt von der Warner Bros. Entertainment Inc.
Poster: © 2021 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

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