Slash Filmfestival 2021 – Intro (Beyond The Infinite Two Minutes / Sweetie, You Won’t Believe It / Lapsis)

Liebe LeserInnen, endlich! Endlich, endlich, endlich! Mein persönliches Highlight des Jahres findet endlich wieder statt und ich kann’s vor Vorfreude kaum erwarten, denn das Slash Filmfestival 2021 lädt wieder zum munteren fürchten, wundern, staunen, lachen und weinen ein! Auch dieses Jahr gibt es von uns wieder die volle Dröhnung an Berichterstattungen mit Reviews und News über anstehende Filmhighlights, Geheimtipps und Veranstaltungen. Also kommen wir ohne weitere Umschweife zum Eingemachten. Happy Reading und viel Spaß!

Beyond The Infinite Two Minutes

„Beyond The Infinite Two Minutes“ ist ein wirklich originelles Stück Film. Hier entdeckt der Cafe-Besitzer Kato, dass zwischen dem Computer unten in seinem Cafe und oben in seiner Wohnung ein 2-Minuten-Delay besteht. Was das bedeutet? Er kann mit seinem zukünfigten Ich zwei Minuten in der Zukunft sprechen und somit quasi in die Zukunft schauen. Daraus entspinnt sich ein quirliges, durch und durch liebenswertes Abenteuer, dass zumindest den Anschein erweckt, komplett in einem Take gedreht geworden zu sein. Ob dem wirklich der Fall ist, weiß ich allerdings nicht, den die ein oder andere Möglichkeit zum Schnitt wären vorhanden gewesen. Für solche Cuts kriegt man einfach nach mehreren solcher „Experimente“ ein Gefühl, wie z.B. in 1917, wo kurz dichter auf den Rücken des Vordermannes gefilmt wird, um so einen Schnitt zu ermöglichen. Aber lassen wir das Erbsenzählen und kommen wir zum wirklich wichtigen: Weiß denn der 70-Minüter mit oder ohne Schnitt zu überzeugen? Leider nur bedingt. So sympathiegetränkt wie die komplette Produktion auch sein mag, schleicht sich doch der ein oder andere Durchhänger ein und da sich Regisseur Junta Yamaguchi gefühlt extra Zeit lässt, um alles doppelt und dreifach zu erklären, damit auch wirklich jeder mitkommt, war der Streifen für mich ein phasenweise eher zähes unterfangen. Auch das schauspielerische Niveau und das Production Value bewegt sich auf dem Level einer TV-Soap, kann man mögen, muss man aber nicht. Eine Empfehlung meinerseits gibt es aber trotzdem, außergewöhnlich und kreativ umgesetzt ist die Idee dahinter allemal und um verschwendete 70 Minuten handelt es sich definitiv nicht. „Beyond The Infinite Two Minutes“ ist eine knackig kurze, durchdachte, wenn auch eher seichte Knutschkugel von einer SciFi-Komödie geworden.

Hier geht’s zu allen Infos beim Slash Filmfestival

Sweetie, You Won’t Believe It

Kommen wir als nächstes zur absoluten Spaßgranate des Festivals, und zwar handelt es sich hierbei um „Sweetie, You Won’t Believe It“, einem Festivalbeitrag aus Kasachstan. Jak sie masz! Dastans ständig keifende Freundin ist hochschwanger und um ihr noch ein letztes Mal vor der Geburt zu entrinnen, macht sich der junge Mann mit seinen Freunden auf zum Fischen in der Wildnis. Dort angekommen währt der Spaß allerdings nur kurz, denn das vertrottelte Trio beobachtet eine Verbrecherbande bei einer Gewalttat, worauf diese die Drei natürlich als nächstes aus dem Weg räumen will. Und dann ist da noch eine wildgewordene Killermaschine in Menschenform, die den durch die Verbrecherbande verursachten Tod seines tierischen Begleiters rächen will und jagt auf die Bösewichte macht. Ein aberwitziges, wirklich toll in Szene gesetztes Katz-und-Maus-Spiel beginnt und hier garantiere ich euch Partystimmung im Saal. Da werden direkt Erinnerungen an das letztjährige Festivalhighlight „Why don’t you just die?!“ wach, auch wenn es nicht ganz die Qualität von diesem erreicht. Schauspielerisch sieht man die Darsteller nämlich sichtlich mit Händen und Füßen um eine passable Leistung kämpfen und nicht jeder Gag trifft die Lachmuskeln, aber so manche Szene hat mich förmlich aufgebrochen vor überraschtem Lachen. Regietechnisch hat Ernar Nurgaliev auch ordentlich was auf dem Kasten. Ich sag’s euch, gebt dem Mann ein grandioses Schauspielensemble, ein bisschen mehr Budget und unterstützt ihm beim Schreiben der Dialoge und daraus könnte etwas ganz, ganz großes werden. Lasst euch den Film nicht entgehen, für die Vorstellung heute (25.09.) im Filmcasino gibt es noch Karten und falls ihr euch traut, beim „die Nacht der 1000 Messer“-Filmmarathon mitzumachen, dann wartet hier ein mehr als würdiger Rausschmeißer auf euch, ihr werdet euphorisch und mit einem riesen Grinsen am Gesicht in den frühen Morgenstunden aus dem Kino taumeln!

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Lapsis

Der für zahlreiche Kunstinstallationen und Dokumentationen bekannte Noah Hutton bringt uns mit seinem ersten Langfilm „Lapsis“ ein spannendes Stück Lo-Fi-Science-Fiction als großen Rundumschlag auf unsere Ausbeutungsgesellschaft. Um die volle Macht der neuen, revolutionären Quantencomputer nutzen zu können, müssen nämlich schnellstmöglich Glasfaserkabel überall auf der Welt verlegt werden und hierzu wurde eine neue Berufsgruppe geboren: die Cabler. Mit einer Kabelrolle ausgestattet stapfen diese tapferen Menschen durch die Wildnis und verbinden so all die gigantischen Quantenwürfel und somit das Quantum zur Menschheit. Und dafür werden sie fürstlich entlohnt, müssen aber die zahlreichen Fassetten der totalen Überwachung während den Wanderungen hinnehmen. Die drei ganz großen Pluspunkte von Huttons Feature-Erstling sind die hervorragende Regie und sein Gefühl für eine handwerklich wirklich hervorragende Inszenierung, das absolut tolle World Building und die vielversprechende Prämisse. Was er dann aber im Endeffekt aus dieser macht, ist nur mäßig befriedigend. Nach einem sehr gemächlichen, stellenweise sogar zähem ersten Drittel und einem unterhaltsamen Mittelteil, kommt die Handlung zum Ende hin komplett zum Erliegen. Da konstruiert sich der Regisseur und Drehbuchautor was zusammen und lässt den Protagonisten etwas furchtbar Dummes tun, was sich eben nur damit rechtfertigen lässt, das Menschen nun mal dumme Dinge tun und sowas mag ich persönlich gar nicht. Dabei wäre dies so einfach zu lösen gewesen, aber ja. Eine vorsichtige Empfehlung möchte ich euch trotzdem aussprechen. Der Film läuft morgen (26.09.) nämlich nochmal im Schikaneder und dafür gibt es sogar noch Tickets. Sollte euch die Grundidee dahinter auch nur ein bisschen reizen und ihr euch damit zufriedengeben könnte, dass außer „böses Amazon, böse, böse, böse!“ nicht wirklich mehr dahintersteckt, könnt ihr bedenkenlos reingehen. Ich fordere euch sogar dazu auf. Denn die insich wunderbar geschlossene, toll inszenierte, mit sympathischen, skurrilen Charakteren gefüllte Welt wird euch irgendwie ans Herz wachsen.

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Anstehende Highlights

Seit bereits gestern läuft die Vernissage von Michael Trimmels Kunstwerken mit dem Titel „My Heart is a Forest“, hierbei handelt es sich um eine irrsinnig beeindruckende Kunstausstellung in der Kolonie5, welche sich in Gehweite vom Filmcasino befindet, schaut dort unbedingt mal vorbei. Wir haben schon einen Blick riskiert und waren absolut begeistert, seine Bilder sind der reine Wahnsinn. Und der Oberkracher: Ihr könnt die Werke dort sogar zu anschaulichen Preisen kaufen und es gibt auch nummerierte Drucke zu erwerben. Wenn ihr einen Fabel für dunkle Sagenwelten habt, schaut unbedingt rein.

Hier geht’s zur allen Infos zur Ausstellung

Morgen am 26.09. gibt’s außerdem ein Werkstattgespräch mit dem Filmteam hinter dem anstehenden SciFi-Film „Rubikon“, wo ihr bereits einige Ausschnitte zum Film sehen könnt und hier habt ihr genug Gelegenheit, um das Team mit euren Fragen zu löchern. Wer immer schon mehr zum Entstehungsprozess eines Films wissen wollte, ist hier genau richtig aufgehoben:

Hier geht’s zu allen Infos zum Werkstattgespräch

Am 27.09. erwartet euch das Exor-quizzed. Horrorfilm-Connaisseure können in diesem Pub-Quiz der blutigen Art ihr Wissen unter Beweis stellen. Bis zum 26. könnt ihr euer Team noch anmelden und natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen.

Alle Infos zum Exor-Qizzed findet ihr hier

Als letztes möchte ich euch noch „A Celebration of Folk Horror: Ritual und Verführung“ vorstellen und empfehlen. Zur Abrundung der diesjährigen Folk Horror-Retrospektive gibt es nämlich im Wiener Schauspielhaus zahlreiche Shows, Performances und Rituale zu bestaunen und zu erleben. Hier wandelt ihr durch das Schauspielhaus und stolpert von einer Mini-Performance in die nächste. Rituale, Kartenlegen, Schamanen und schaurig schöne Synth-Wave-Mucke, lasst euch dieses tolle Erlebnis nicht entgehen.

Alle Infos zu „Ritual und Verführung“ findet ihr hier

Pressematerial zur Verfügung gestellt vom SLASH Filmfestival

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