Meine Top 10 des Jahres 2018 – die Plätze 10 bis 6

2018 steht kurz vor dem Ende und wir dürfen auf ein prall gefülltes Filmjahr zurückblicken. Trotz der immer lauter werdenden Kritik am vom seelenlosen Blockbustern dominierten Kino, muss man sagen, dass die Menge an kleineren Produktionen und Indieperlen so groß ist, wie schon lange nicht mehr. Dies reicht vom Überraschungs-Instant-Horrorklassiker über Sci-Fi-Actionkracher, bis hin zum liebevollen Coming-of-Age-Drama. Es ist wirklich für jeden etwas dabei und bei vielen ist die Liebe zum Kino so groß wie nie. Für mich persönlich war es eines der ereignisreichsten Jahre meines bisherigen Lebens. Die Entscheidung, Filmkritiken zu schreiben, hat mir in der kurzen Zeit bereits so viele denkwürdige Erinnerungen beschert, wie ich es nie zu träumen gewagt hätte. In diesem Sinne möchte ich mich bei euch allen ganz herzlich mit meiner ganz persönlichen Top 10 des Filmjahres 2018 bedanken. Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine absolut subjektive Liste handelt, da ich die Reihung nicht nach den vergebenen Punkten vorgenommen habe, sondern ich die Filme gewählt haben, welche ich mit besonderen Momenten im Kino verbinde, welche mich besonders überrascht haben oder mich am meisten gepackt und berührt haben. Die Plätze 10 bis 6 folgen im heutigen Beitrag, die Plätze 5 bis 1 werden dann morgen im Laufe des Vormittags in einem weiteren Beitrag veröffentlicht. Zusätzlich zu den Bestplatzierungen morgen, folgt noch eine Liste an erwähnenswerten Filmen, welche es nicht mehr in die Liste geschafft haben, welche ich leider noch nicht sehen konnte oder welche noch gar keinen Österreich- bzw. Deutschland-Release erhalten haben, aber eine kurze Erwähnung definitiv Wert sind. Viel Spaß nun mit den Plätzen 6 bis 10, ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und wir lesen einander im Jahr 2019 wieder!

Platz 10: Widows – tödliche Witwen

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Pressematerial zur Verfügung gestellt von 20th Century Fox Österreich

Steve McQueen überzeugt dieses Jahr mit einem Crime-Thriller der besonderen Art. Hier stehen keine vor Testosteron strotzenden Männer im Mittelpunkt, sondern 3 äußerst echte, starke Frauen. Viola Davis überzeugt in ganzer Linie, jede Emotion sitzt und alles schreit nach einer Oscarnominierung. Auch der restliche Cast, ganz besonders Elizabeth Debicki als eine der Witwen, haut einem nur so vom Hocker. Die Story des Films ist simpel gehalten, in ihrer Aufarbeitung und Präsentation aber umso herausragender, da diese den Entwicklungen der Charaktere genug Raum bietet, ohne aufgesetzt oder drüber zu wirken. Hier greift tatsächlich alles ineinander, die Schauspieler und ihre Geschichte, die Geschichte, die Kameraarbeit, das Pacing, an jeder Ecke lässt sich ein wahrer Meister seines Faches erkennen. Man kann natürlich bemängeln, dass die Geschichte etwas außergewöhnlicher gestaltet werden hätte können und einzelne Subplots etwas zu sehr in den Vordergrund gerückt werden. Filmfans und Freunde von Filmen wie ‚Heat‘ sollten das Machwerk aber definitiv noch nachholen.

Mein vollständiges Review findet ihr hier!

 

Platz 9: Mission: Impossible – Fallout

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Pressematerial zur Verfügung gestellt von Constantin Film.

Wer hätte gedacht, dass ein Franchise von Teil zu Teil besser werden könnte und dabei in allen Belangen noch einen draufsetzt. Tom Cruise muss als Ethan Hunt zum bereits sechsten Mal die Welt retten. Die Story ist schnell erzählt: Waffenfähiges Plutonium wird gestohlen und Hunt ist daran Schuld, da er die Leben seiner Teammitglieder über den Auftrag gestellt hat. Klingt jetzt natürlich nicht nach einem anspruchsvollem Agentenfilm, dass will er aber auch zu keiner Sekunde sein. Die Action steht im Vordergrund und ein irrsinniger Stunt, natürlich von Tom Cruise selbst durchgeführt, folgt dem nächsten. Er rauscht ohne Helm mit einem Motorrad durch starken Gegenverkehr, springt von einem Häuserdach zum anderen oder springt bei einem Halojump aus einem Flugzeug und die Kamera fängt alles virtuos ein. Das gesamte Produktionsteam ging wieder Mal an ihre Grenzen. Der Halojump zum Beispiel ist ein absolutes Bildspektakel, bei welchem der Kameramann vor Cruise rückwärts aus dem Flugzeug springt. Dies auf der riesigen IMAX-Leinwand zu sehen, war eines meiner absoluten Top-Kinomomente des Jahres. Der beste Actionkracher dieses Jahres, bei welchem nahezu alles echt und handgemacht wirkt.

Platz 8: Suspiria

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Pressematerial zur Verfügung gestellt von Polyfilm

Dario Argentos ‚Suspiria‘ aus dem Jahre 1977 zählt zu den absoluten Klassikern des Horrorkinos und dementsprechend hoch waren die Erwartungen an Luca Guadagninos Remake. Es handelt sich jedoch um eine vollständige Neuinterpretation, womit wohl kaum jemand gerechnet hätte. Bis auf die Grundprämisse wurde nahezu alles vom Original abgeändert. Die Handlung wird ins durch den RAF-Terror gebeutelte Berlin des Jahres 1977 verlegt, was auch zum Teil in die Handlung eingebaut wird. Die Amerikanerin Susie versucht an einer Berliner Tanzakademie Fuß zu fassen und trifft dort auf einen Hexenzirkel und dessen teuflische Absichten. Guadagnino führt wieder Mal Regie auf absolut aller höchstem Niveau und das merkt man dem Machwerk auch zu jeder Sekunde an. Das Setdesign, die Kameraarbeit, die Choreographien, die Schauspieler, die unangenehme Atmosphäre, alles greift ineinander. Der Film kann trotzdem nicht komplett auf ganzer Linie überzeugen, enthält aber so viel Kreativität und Liebe zum gezeigten Stoff, dass er mir für eine sehr lange Zeit im Gedächtnis geblieben ist und mich auch beschäftigt hat.

Mein vollständiges Review findet ihr hier!

Platz 7: A Quiet Place

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Pressematerial ist Eigentum von Paramount Pictures – Bildquelle: http://iheartthetalkies.com

Eine weitere Überraschung war John Krasinskis Regiedebüt ‚A Quiet Place‘. Der Endzeit-Horror, bei welchem geräuschsensitive Aliens die Erde überrannt und fast die komplette Menschheit ausgerottet haben, schaffte aber etwas ganz besonderes: Jeder der Kinozuseher saß bei meiner Vorstellung absolut still und zum zerreißen angespannt im Kinositz. Kein Geraschel von Popcorn-Tüten, kein Geplapper, alles war einfach nur still. Dies ging sogar soweit, dass einige der Zuseher die Naschtüten erst aufgerissen haben, als zum ersten Mal etwas lauteres auf der Leinwand passiert ist, da der Film mit seiner Atmosphäre wirklich sofort ab der ersten Szene wirkt. Dies liegt am intelligenten Aufbau und am fast perfektem Pacing des Films. Krasinski lässt uns der Familie, welche im Mittelpunkt des Geschehens steht, näher kommen und schüchtert uns gleichzeitig mit seiner Prämisse ein, dass man nur so gebannt auf die Leinwand starrt. Alles fühlt sich organisch an. Das komplette Kinoerlebnis über füttert man das Publikum mit kleinen Informationshäppchen, welche die Lage auf unserem Planeten näherbringen. Diese sind aber meist geschickt im Hintergrund versteckt und so entsteht ein perfekt herausgearbeitetes Horrorerlebnis, welches so fast unerreicht ist. Natürlich fallen bei ganz genauer Betrachtung des gezeigten die ein oder andere Logiklücke auf, wenn einen der Film aber erstmal hat, gibt es kein zurück mehr und man krallt sich vor Anspannung daheim in die Wohnzimmercouch.

Mein vollständiges Review findet ihr hier!

Platz 6: The House That Jack Built

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Pressematerial zur Verfügung gestellt von Filmladen.

Einer der polarisierendsten Filme dieses Jahres ist definitiv ‚The House That Jack Built‘, aber anders sind wir es von den Werken Lars von Triers nicht gewohnt. Überraschenderweise handelt es sich diesmal um eine bitterböse, schwarze Komödie, in welcher von Trier seinen Kritikern die über ihn gebildete Meinung nur so um die Ohren haut. Die Hauptfigur Jack ist ein unter zahlreichen Zwangsneurosen leidender Serienkiller mit Gottkomplex. Aus dem Off erzählt er einem unbekannten Mann namens Verge seinen Werdegang, erleutert anhand von fünf, laut Jack zufällig gewählten Vorfällen, allesamt Morde. Dabei kommt eine solch bitterböse Situationskomik zum Einsatz, das einem das Lachen fast jedes Mal im Halse stecken bleibt, was mit der gleichzeitig gezeigten, überbordenden Gewalt umso stärker auf den Zuseher wirkt. Leider verliert sich von Trier im letzten Drittel so stark, dass tatsächlich Langeweile aufkommt. Die Komik weicht dem gigantischen Ego von Triers und er scheitert gnadenlos am Genrespagat, welcher mehr wie ein Stilbruch wirkt. Er will und will einfach nicht zum Punkt kommen. Hätte Lars sich dieses Mal zurückgehalten, hätte der Film in meiner Liste ganz oben landen können. Die erste Hälfte des Machwerks ist aber so herausragend und unfassbar witzig, dass er sich die siebente Platzierung auf jeden Fall verdient hat.

Mein vollständiges Review findet ihr hier!

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