Rambo: Last Blood – Review

Sylvester Stallone will es mit seinen stolzen 73 Jahren nochmal wissen und schlüpft noch einmal in die Rolle des vom Krieg gezeichneten Rächers, mit ‚Last Blood‘ nun hoffentlich zum letzten Mal, was aber stark anzuzweifeln ist. Rambo lebt jetzt zurückgezogen auf einer Farm an der Grenze zu Mexiko. Dort pflegt er Pferde und werkelt an seinem Untergrund-Tunnelsystem, in welchem er lebt und seine Relikte der Vergangenheit versteckt hält. Als eines Tages die Tochter seiner Haushälterin vom mexikanischen Drogenkartell entführt wird, kommen jene Erinnerungen, die John über Jahre hinweg verdrängt hat, wieder an die Oberfläche. Im Blutrausch macht er sich also auf den Weg ins Nachbarland, um seine Ziehtochter zurückzuholen.

Nach dem Gemetzel im vierten Teil ‚John Rambo‘, welcher von Stallone selbst inszeniert wurde, stellt man sich nach der kürzlichen Bekanntgabe des 18er-Ratings auf ein weiteres Blutbad ein. Die Action-Sequenzen waren aber durchaus gut inszeniert, es bestand also noch Hoffnung, dass ‚Rambo: Last Blood‘ zumindest unterhalten könnte. Und das tut der Streifen auch, aber auf eine völlig falsche Art und Weise. Es wirkt nämlich, als wäre das komplette Machwerk von einem blutlüsternen Kleinkind verfasst und gedreht worden, welches man aber vorher noch ordentlich mit Valium vollgepumpt hat. Die Story ist ein völliger Witz und gewürzt wird dies noch durch die absolut hirnrissigen Dialoge. Action? Gibt es fast keine. Vielmehr plätschert die Handlung nur so vor sich hin. Immer wieder sehen wir Rambo beim vor sich hin brodeln, in heroischen, aber gebrochenen Posen, gespickt mit Erinnerungen an eine andere Zeit. So viel Fremdscham habe ich schon sehr, sehr lange nicht mehr in einem Film ertragen müssen. Der absolute Brüller sind aber die Dialoge. Völlig ideenlos brabbeln die Darsteller eine Schwachsinnigkeit nach der anderen vor sich hin. „Unsere Polizei darf nicht über die Grenze fahren und da unten machen sie ’nen Scheiß!“ ist eines meiner Lieblingszitate. Besser hätte es auch ein Vorschulkind nicht formulieren können. Da kann man nur mehr laut loslachen, sonst erträgt man es einfach nicht. Wenn dann Rambo auch noch zögernd vor dem Grenzzaun steht, aber dann doch noch mit Vollgas drüberbrettert, schließt sich der Kreis der grenzenlosen Dummheit. Die Amis brauchen wirklich dringend eine Mauer! (nein, dass meine ich nicht ernst) Und in mir ist wieder mal ein kleiner Teil gestorben.

Die komplette Laufzeit über herrscht gähnende Langeweile. Die Handlung ist nach dem 1:1-Actionfilm-Malbuch gestaltet und trieft nur so vor Rassismus und Weltfremdheit. Spannungsaufbau existiert keiner. Wie denn auch, es passiert ja den kompletten Film über fast nichts. Bezüge zu den Vorgängern sucht man bei diesem Flickenteppich vergebens, da muss man schon zu zusammenhangslosen Rückblenden zurückgreifen. Die Action, wenn sie denn dann mal stattfindet, spottet jeder Beschreibung. Eigentlich versuche ich mit allen Mitteln Spoiler zu vermeiden, aber in diesem Fall muss ich euch einfach vorwarnen. Richtig zur Sache geht es nämlich gerade mal die letzten 15-20 Minuten. Davor brüstet man sich in Männlichkeit, kramt nochmal ordentlich in der Klischee- und Rassismus-Kiste und versorgt das Kinopublikum mit Szenen, welche schon bei der preisverdächtigen Serie ‚Hawaii Five-0‘ besser umgesetzt wurden und auch besser ausgesehen haben. Ein absoluter Reinfall.

Fazit:

Uninspiriert, dümmlich, langweilig. Mehr muss man zu John Rambos neustem Ausritt eigentlich nicht sagen. Selbst Trash-Fans und eingefleischten Rambo-Anhängern kann ich von dem Streifen nur abraten. Die 2-3 doch gut gemachten Gore-Szenen kann man sich sparen, Action gibt’s sowieso kaum und bei den wohl schlechtesten Dialogen des Jahres fühlt man richtig, wie der eigene IQ in den Keller geht. Entsetzt beende ich mein wohl bisher kürzestes Review.

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Pressematerial zur Verfügung gestellt von Constantin Film

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