/slash Filmfestival – Tag 1+2 – The Lodge, Extra Ordinary, 3 from Hell, Bliss

The Lodge

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Zwar direkt von Anfang an unglaubwürdig, aber unfassbar atmosphärisch, wenn man sich nur darauf einlässt. Sowohl von der Cinematographie, der Inszenierung und auch von den Darstellern her überzeugt ‚The Lodge‘ auf ganzer Linie. Jedoch entwickelt sich der Film nach zwei Dritteln in eine völlig abstruse Richtung, welche derart konstruiert daherkommt, dass man es nicht ganz fassen kann. Wäre man da mehr in die Vollen gegangen, wie zum Beispiel bei ‚Hereditary‘, hätte es durchaus ein kleines Horror-Meisterwerk werden können. So verliert er sich aber ab dem Zeitpunkt, an dem er das große Geheimnis Preis gibt und zerdehnt das Finale dann noch übermäßig. Trotzdem ein ganz großes Lob an das Regieduo Franz und Fiala, die beiden haben wirklich was auf dem Kasten, jedoch müssen Sie sich allmählich mal von ihrem Gimmick lösen. Der perfekte Start ins Festival, ‚The Lodge‘ macht nämlich ordentlich Lust auf mehr! Und ganz wichtig: Finger weg vom Trailer!

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Extra Ordinary

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Was für ein durch und durch vor Horrorfilmliebe strotzendes British Comedy Juwel. Schwarzhumorig bis zum Anschlag und gespickt mit derart vielen Verweisen und unendlich viel herzerwärmender Kreativität, dass man ihn einfach nur lieben muss. Der komplette Cast rund um die geniale Maeve Higgins ist mit vollem Herz dabei und die schrullig skurrile Aufmachung wissen es die kompletten, knackigen 94 Minuten zu überzeugen. Wer dem britischen Humor nicht abgeneigt ist, muss ‚Extra Ordinary‘ gesehen haben, also packt eure Freunde ein und stürmt die zweite Vorstellung am 22.09. um 20:30 Uhr im Metro Kinokulturhaus. Aber nur, wenn ihr im britischen Englisch sattelfest seid, der irische Akzent kann nämlich durchaus herausfordernd sein. Lovely, lovely, lovely!

3 from Hell

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Was ist nur aus Rob Zombie geworden. Stetig geht es mit dem einst gefeierten Regisseur bergab und mit ‚3 from Hell‘ hat er wohl seinen bisherigen Tiefpunkt erreicht. Derart leichtsinnig mit seiner bedeutendsten Marke umzugehen, grenzt nämlich schon beinahe an ein Verbrechen. Er kann damit weder unterhalten, noch verstören. Böse Stimmen mögen gar behaupten, dass er hier eine Komödie für Geisteskranke geschaffen hat. Alle anderen schauen gelangweilt in die Röhre. Einen Plan, seine Trilogie zu vollenden, hatte der Herr Zombie nämlich nicht. Zum Schluss hätte nur mehr gefehlt, dass er das Finale des Vorgängers wiederholt hätte, derart sinnlos ist der Streifen. Da haperts am Handwerk, an der Story, an den Darstellern, einfach an allem. Fans der Vorgänger werden sich den Abschluss der Reihe sowieso nicht nehmen lassen. Neulinge sollten aber einfach nur die Finger davon lassen.

Bliss

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Ewig lange brodelt ‚Bliss‘ vor sich hin, nur um die Regler nach der Hälfte derart auf Anschlag zu drehen, dass man selbst fast den Verstand verliert. Stroboskoplicht, Neonfarben, brachiale Metal- und Punkklänge und drogeninduzierter Wahnsinn verschmelzen zu einem Sog, den man am eigenen Leib regelrecht spüren kann. Nicht leicht hat man es als Künstler, aber leicht hat es einen. Denn große Kunst fordert große Opfer und dies verbildlicht Joe Begos neuestes Werk im wahrsten Sinne des Wortes. Die Gore-Effekte sind handgemacht und es wird mit Filmblut und Körperteilen nur so um sich geworfen. Wenn da nicht die anfänglichen Startschwierigkeiten wären, denn so fühlt sich die Laufzeit insgesamt etwas lang an. Fans von Gaspar Noé oder Panos Cosmatos erwartet ein verstörend psychedelischer Abstieg an die Grenzen des Verstands, welcher vor allem wirkt, wenn man vorab nichts über die Handlung weiß. Außergewöhnlich und definitiv einen Besuch im Kino des Vertrauens wert.

Pressematerial zur Verfügung gestellt vom /slash Filmfestival

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