Matrix Resurrections – Review

Wer kennt sie nicht, die Matrix-Trilogie, selten gab es eine ikonischere Filmreihe. Man könnte so gut wie jede Person auf offener Straße ansprechen und nahezu jeder könnte mit dem Begriff „Matrix“ etwas anfangen, dermaßen hat sich das Franchise in die Popkultur eingebrannt. Und genau diese Filmreihe nimmt Lana Wachowski, diesmal jedoch ohne ihre Schwester, mit dem nun 22 Jahre später erscheinenden „Matrix Resurrections“ auf überraschende Weise auseinander, nur um die eigenen Fehler direkt danach zu wiederholen. Dabei ist sie derart „Meta“, dass genau das ihr Plan gewesen sein könnte. Liebe LeserInnen, ich bin verwirrt. Richtig verwirrt. Was hab ich da bloß gesehen? Wie ist die Regisseurin damit nur durchgekommen? Handelt es sich bei „Matrix Resurrections“ jetzt schon um den Troll-Move des Jahrzehnts? Und wie zur Hölle soll ich euch das alles spoilerfrei erklären?!

Courtesy of Warner Bros. Pictures

Gar nicht, leider. Wenn ihr es so wie ich geschafft habt, keinen Trailer zu sehen und vorab absolut nichts vom Film wissen wollt, dann lest bitte nur mehr diesen Absatz fertig und springt dann direkt zum Fazit. Und gerade in diesem Fall lohnt es sich, komplett unangetastet ins Kino zu gehen. Ich konnte dadurch nämlich vor allem im ersten Drittel überhaupt nicht fassen, was da gerade abgeht, aber durchaus im positiven Sinne. Denn eines ist zumindest für mich sicher: Was abgefahreneres als „Matrix Resurrections“ hab ich in diesem Jahr nicht gesehen und trotzdem war ich unfassbar enttäuscht. Ich empfehle euch außerdem, die Trilogie vorab unbedingt nochmal zu schauen. Nur mit Teil 1 wird’s schon schwierig, komplett ohne Rewatch verliert ihr aber vermutlich komplett den Faden. Oder sucht euch zumindest eine gute Handlungszusammenfassung auf Youtube. Und die glücklichen Spoilerfreien jetzt ab zum Fazit mit euch.

Courtesy of Warner Bros. Pictures

Für alle anderen: Auch ihr werdet von mir jetzt nahezu gar nicht gespoilert, aber so könnt ich ja nicht mal schreiben, das Neo und Trinity nicht nur wieder dabei sind, sondern Herr Reeves tatsächlich wieder die Hauptrolle spielt. Mich hat die erste Hälfte dermaßen ins Kopfschütteln gebracht, das Erlebnis will ich niemanden nehmen. Und Finger weg vom zweiten Trailer, da ist tatsächlich der ganze Film drin. Aber zurück zum Eigentlichen, wie hat mir „Matrix Resurrections“ gefallen? Ich muss gestehen tatsächlich eher nicht so.

Die Story ist insgesamt ein völlig verwirrter Rehash des Erstlings, der versucht auf ganz eigenartige Art und Weise die eigenen Vorgänger auseinanderzunehmen. Überdrüber Meta, nur um dann selbst in der zweiten Hälfte des Films die eigenen Fehler zu wiederholen. Und in der After-Credit-Szene gibts dann die mutmaßliche Botschaft dieses Disasters von einer zweiten Hälfte geliefert. Das kann doch einfach nicht der Ernst der Regisseurin und Drehbuchautorin sein. Dazu kommt noch das mittelmäßige Schauspiel von Keanu Reeves, der hier definitiv viel mehr zu tun bekommt, als er schauspielerisch handlen kann und dieser übertriebene, quietschbunte und dabei so furchtbar sterile Popcorn-Look.

Courtesy of Warner Bros. Pictures

Stark zu bekritteln ist außerdem die Inszenierung der Action, was da für ein Schnittgewitter auf einen herniederprasselt. Wo die Action vor allem im ersten Teil noch wahnsinnig intensiv rüberkam, wird man hier mit Schnitten und Explosionen niedergeballert, „Dragonball“ meets „Taken 3“. Wie konnte denn das nur passieren? So bin ich komplett hin- und hergerissen. Einerseits hatte ich in der ersten Hälfte durchaus Spaß, wenn auch auf eine unerwartete, verwirrte Art und Weise. Ich konnte phasenweise überhaupt nicht glauben, was da gerade eigentlich vor sich geht, andererseits musste ich in der zweiten Hälfte und sogar im actiongeladenen Finale mit dem Einschlafen kämpfen. Neo ist viel zu übermächtig, da kann gar keine Spannung aufkommen und Ernst nimmt sich bei dem Film offensichtlich sowieso niemand.

Courtesy of Warner Bros. Pictures

Positiv erwähnen möchte ich trotzdem noch Jessica Henwick als Bugs. Das erste Drittel hat sie voll im Griff, allerdings tritt sie im Handlungsverlauf leider mehr und mehr in den Hintergrund, dabei ist sie die Einzige, die die fast schon aufgezwungene Coolness des Films halbwegs tragen kann. Auch Carrie-Ann Moss spielt ihre Rolle wieder gut. Ihre Szenen mit Keanu Reeves sind tatsächlich irgendwie süß. Abgesehen vom WTF-Effekt im ersten Drittel und den erwähnten Kleinigkeiten bleibt aber nicht viel über. Ich weiß immer noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Was zur Hölle.

Fazit

Einerseits kann man Lana Wachowski für ihren Mut Respekt zollen, ein durchaus zu hinterfragendes, aber absolut eigenartiges Statement derart auf Film zu bannen, wäre draus nur ein unterhaltsamer Film geworden. Wo die erste Hälfte noch halbwegs zu Unterhalten wusste und durchaus gekonnt mit der Metaebene gespielt hat, so stark baut „Matrix Resurrections“ in der zweiten Hälfte ab. Ich würde sogar sagen, der Film fällt dann ins Bodenlose. Sobald nämlich klar ist, wohin es eigentlich geht und damit die Hoffnung auf ein besonderes Filmerlebnis dahinschwindet, geht es auch mit dem Unterhaltungswert rapide bergab. Dann kommt noch dazu, dass die Action nur in den wenigsten Fällen Spaß macht. Dies liegt zum einen am oft eingesetzten Stakkatoschnitt, durch welchen man überhaupt nicht mehr weiß, wo unten und oben ist und zum anderen kommt aufgrund der fehlenden Fallhöhe sowieso keine Spannung auf. So bleibt leider nur ein mittelmäßiges Filmerlebnis mit jeder Menge verschenkten Potential. Fans der Reihe greifen sowieso zu und können sich auf eine abgefahrene erste Hälfte freuen. Empfehlen kann ich euch den Film aber nur bedingt. Es war noch nicht mal die Hälfte des Films rum, da war mir schon stinklangweilig.

Pressematerial zur Verfügung gestellt von der Warner Bros. Entertainment Inc.
Poster + Bildmaterial: © 2021 Warner Bros. Entertainment Inc. and Village Roadshow Films (BVI) Limited – All Other Territories

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